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Nettolohn in der Schweiz berechnen: Der komplette Guide 2026
Zwischen dem Bruttolohn im Vertrag und dem, was monatlich auf deinem Konto landet, liegen mehrere obligatorische Sozialabzuge. Kompletter Guide mit den 2026er Ansatzen, praktischen Beispielen und dem HelviNav Gehaltsrechner.
André ·

Du bist in die Schweiz gezogen oder denkst daruber nach. Du hast ein Stellenangebot mit einem Bruttolohn von 80 000 CHF pro Jahr bekommen. Hort sich viel an, aber nach allen Abzugen, wie viel landet wirklich jeden Monat auf deinem Konto? Die Antwort ist nicht einfach — sie hangt von deinem Kanton, Alter, Familienstand und sogar deiner Religion ab.
Dieser Guide erklart dir jeden Abzug auf deiner Lohnabrechnung, wie viel jeder kostet, und wie du deinen Nettolohn mit einem praktischen Beispiel berechnest. Am Ende findest du den HelviNav Gehaltsrechner, um die Zahlen fur deine eigene Situation durchzurechnen.
Was ist Bruttolohn und Nettolohn?
Der Bruttolohn (salaire brut / salario lordo) ist der Betrag, den du mit deinem Arbeitgeber vereinbart hast. Der Nettolohn (salaire net / salario netto) ist das, was du nach Abzug der obligatorischen Sozialbeitrage und Steuern erhaltst.
In der Schweiz teilen sich die Abzuge in drei Hauptgruppen:
Sozialversicherung (AHV/IV/EO) — die erste Saule, fur alle pflichtig
Berufliche Vorsorge (BVG) — die zweite Saule, pflichtig ab einem bestimmten Lohn
Steuern — Quellensteuer fur Auslander, oder Kantonssteuern fur Schweizer und C-Bewilligungsinhaber
Dazu kommen die Arbeitslosenversicherung (ALV), die Unfallversicherung (UVG) und eventuell die Krankentaggeldversicherung (KTG), falls dein Unternehmen eine Kollektivversicherung hat.
AHV/IV/EO — Die Erste Saule (Sozialversicherung)
AHV (Alters- und Hinterlassenenversicherung), IV (Invalidenversicherung) und EO (Erwerbsersatzordnung) bilden die Grundlage der schweizerischen Sozialversicherung. Sie sind fur alle Angestellten obligatorisch, einschliesslich Auslander mit B- oder L-Bewilligung.
AHV (Alter/Hinterlassene): 4,35% Arbeitnehmer + 4,35% Arbeitgeber
IV (Invaliditat): 0,70% Arbeitnehmer + 0,70% Arbeitgeber
EO (Erwerbsersatz): 0,25% Arbeitnehmer + 0,25% Arbeitgeber
Total AHV/IV/EO: 5,30% Arbeitnehmer + 5,30% Arbeitgeber = 10,60%
Der Gesamtsatz von 10,60% wird seit 2024 auf den gesamten Bruttolohn ohne obere Grenze erhoben (die Grenze von CHF 88 200 wurde fur die AHV aufgehoben).
Offizielle Quelle: ahv-iv.ch — Beitragssatze | bsv.admin.ch
ALV — Arbeitslosenversicherung
Die Arbeitslosenversicherung deckt dich im Fall von Arbeitslosigkeit ab. Der Ansatz ist fur alle gleich:
Bis CHF 148 200/Jahr: 1,10% Arbeitnehmer + 1,10% Arbeitgeber = 2,20%
Uber CHF 148 200/Jahr: 0,50% Arbeitnehmer + 0,50% Arbeitgeber = 1,00% (Solidaritatsbeitrag auf dem Uberschuss)
Die Grenze von CHF 148 200 (Wert 2024, periodisch angepasst) definiert den Solidaritatsbeitrag fur hohere Lohne. Darunter zahlst du 1,10%, daruber 0,50% auf den Uberschuss.
Offizielle Quelle: seco.admin.ch — ALV
BVG — Die Zweite Saule (Berufliche Vorsorge)
Das BVG (Berufliche Vorsorge / Prevoyance professionnelle) ist das obligatorische Sparguthaben fur die Pension. Es funktioniert wie ein Konto, das von einer Stiftung oder Versicherung verwaltet wird, in das du und dein Arbeitgeber jeden Monat einen Prozentsatz deines Lohns einzahlen.
Nicht der gesamte Lohn zahlt fur das BVG. Der Beitrag wird auf den koordinierten Lohn erhoben, also dein Bruttolohn abzuglich des Koordinationsabzugs (CHF 25 725 im Jahr 2024).
Koordinationsabzug: CHF 25 725
Die Mindestbeitrage variieren je nach Alter. Der Arbeitgeber zahlt mindestens die Halfte:
25–34 Jahre: 7% total (3,50% Arbeitnehmer + 3,50% Arbeitgeber)
35–44 Jahre: 10% total (5,00% Arbeitnehmer + 5,00% Arbeitgeber)
45–54 Jahre: 15% total (7,50% Arbeitnehmer + 7,50% Arbeitgeber)
55–65/64 Jahre: 18% total (9,00% Arbeitnehmer + 9,00% Arbeitgeber)
Praktisches Beispiel: Wenn du 35 Jahre alt bist und einen Bruttolohn von CHF 80 000 hast, betragt der koordinierte Lohn 80 000 − 25 725 = CHF 54 275. Der gesamte BVG-Beitrag betragt 10% davon, also CHF 5 427/Jahr. Die Halfte (CHF 2 714) wird von deinem Lohn abgezogen.
Wichtiger Hinweis: Viele Unternehmen haben BVG-Plane uber dem gesetzlichen Minimum — hohere Beitrage, tiefere Koordinationsabzuge oder grosszugigere Arbeitgeberbeitrage. Dein Arbeitsvertrag oder das Pensionskassenreglement sagt dir genau, was gilt.
Offizielle Quelle: bsv.admin.ch — BVG
Unfallversicherung (UVG)
Die Unfallversicherung ist fur alle Angestellten in der Schweiz obligatorisch. Sie besteht aus zwei Teilen:
Berufsunfalle (inkl. Wegunfalle): vollstandig vom Arbeitgeber bezahlt
Nichtberufsunfalle: vom Lohn abgezogen, typischerweise 1,0% bis 1,5%
Der Arbeitgeber bezahlt die gesamte Prämie fur Berufsunfalle. Fur die Nichtberufsunfallversicherung hangt der Satz von der Versicherung und deiner Risikokategorie ab. Dieser Betrag steht immer auf deiner Lohnabrechnung.
Offizielle Quelle: Suva | bsv.admin.ch — UVG
Krankentaggeldversicherung (KTG)
Die Krankentaggeldversicherung ist auf Bundesebene nicht obligatorisch, aber viele Kantone verlangen von Unternehmen eine Kollektivversicherung fur Krankheitstage. Wenn sie besteht, werden die Kosten typischerweise zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber geteilt, mit Satzen zwischen 0,5% und 1,5%.
Quellensteuer
Wenn du eine B- oder L-Bewilligung hast und nicht Schweizer Burger bist, wird die Steuer direkt von deinem Lohn abgezogen — das nennt sich Quellensteuer.
Der Quellensteuersatz hangt von mehreren Faktoren ab:
Bruttolohn — je mehr du verdienst, desto mehr zahlst du
Wohnkanton — jeder Kanton hat seinen eigenen Tarif
Familienstand — ledig, verheiratet, geschieden
Kinder — Abzuge pro Kind
Religion — in der Schweiz erhebt auch die Kirche Steuern
Die Quellensteuer enthalt bereits die direkte Bundessteuer, die Kantonssteuer und die Gemeindesteuer. Sie ersetzt in den meisten einfachen Fallen (ein Lohn, kein grosses Vermogen) die Steuererklarung.
Tipp: Deine Quellensteuer kannst du auf der Website deines Kantons simulieren. Einige Kantone bieten kostenlose Online-Rechner an.
Offizielle Quelle: estv.admin.ch — Quellensteuer

Schritt-fur-Schritt Praxisbeispiel
Berechnen wir den Nettolohn eines Arbeitnehmers mit diesen Angaben:
Bruttojahreslohn: CHF 80 000
Alter: 35
Bewilligung: B (Quellensteuer)
Kanton: Waadt
Familienstand: Ledig, keine Kinder
Religion: Keine (keine Kirchensteuer)
BVG: Gesetzliches Minimum
Unfallversicherung (nichtberuflich): 1,0%
Schritt 1: AHV/IV/EO
80 000 CHF × 5,30% = 4 240 CHF/Jahr (353 CHF/Monat)
Schritt 2: ALV (Arbeitslosenversicherung)
80 000 CHF liegt unter der Grenze von 148 200 CHF, also: 80 000 × 1,10% = 880 CHF/Jahr (73 CHF/Monat)
Schritt 3: BVG (2. Saule)
Koordinierter Lohn: 80 000 − 25 725 = 54 275 CHF. Satz (35 Jahre): 10%. Gesamtbeitrag: 54 275 × 10% = 5 428 CHF/Jahr. Arbeitnehmerhalfte: 2 714 CHF/Jahr (226 CHF/Monat)
Schritt 4: Unfallversicherung (nichtberuflich)
80 000 × 1,0% = 800 CHF/Jahr (67 CHF/Monat)
Schritt 5: Total Sozialabzuge
AHV/IV/EO: 4 240 CHF/Jahr (353 CHF/Monat)
ALV: 880 CHF/Jahr (73 CHF/Monat)
BVG: 2 714 CHF/Jahr (226 CHF/Monat)
Unfall: 800 CHF/Jahr (67 CHF/Monat)
Total Sozialabzuge: 8 634 CHF/Jahr (719 CHF/Monat)
Schritt 6: Quellensteuer
Bei einem Lohn von 80 000 CHF, ledig, keine Kinder, Kanton Waadt, keine Religion, betragt der Quellensteuersatz etwa 12,8% (siehe offiziellen Tarif deines Kantons fur den genauen Satz).
Quellensteuer: (80 000 − 8 634) × 12,8% ≈ 9 135 CHF/Jahr
Endergebnis:
Bruttojahreslohn: 80 000 CHF
Sozialabzuge: − 8 634 CHF
Quellensteuer: − ~9 135 CHF
Nettojahreslohn: ~62 231 CHF
Nettomonatslohn: ~5 186 CHF
Von einem Bruttolohn von 80 000 CHF erhaltst du etwa 5 186 CHF pro Monat auf deinem Konto — ein gesamter Abzug von rund 22%.
Nutze den HelviNav Gehaltsrechner
Diese Berechnungen mit den exakten Satzen deines Kantons durchzufuhren, ist mit einem Rechner viel einfacher. Der HelviNav Nettolohnrechner macht die vollstandige Berechnung mit:
Aktualisierten Satzen fur deinen Kanton
BVG nach deinem Alter und Plan
Quellensteuer nach Kanton und Familienstand
Vergleich zwischen Kantonen
Haufig Gestellte Fragen
Ist die Unfallversicherung immer obligatorisch? Ja, fur alle Angestellten in der Schweiz. Berufsunfalle werden vom Arbeitgeber bezahlt, Nichtberufsunfalle werden von deinem Lohn abgezogen.
Was passiert, wenn ich den Kanton wechsle? Deine Quellensteuer andert sich, weil jeder Kanton seine eigenen Tarife hat. Dein Arbeitgeber aktualisiert den Satz automatisch, wenn du deinen Wohnsitz wechselst.
Muss ich trotz Quellensteuer eine Steuererklarung machen? In den meisten einfachen Fallen (ein Lohn, keine Nebeneinkunfte) nicht. Aber wenn du ein bedeutendes Vermogen, Kapitaleinkunfte oder eine komplexe familiare Situation hast, kann eine Steuererklarung notwendig sein. In einigen Kantonen lohnt es sich, eine Steuererklarung einzureichen, um einen Teil der Steuern zuruckzubekommen.
Ist das BVG ubertragbar? Ja. Wenn du die Stelle wechselst, wird dein angesammeltes BVG-Kapital an die neue Pensionskasse ubertragen. Wenn du die Schweiz verlasst, kannst du den Barwert ausbezahlen lassen (beachte die steuerlichen Folgen).
Was ist der 13. Monatslohn? Viele Schweizer Vertrage enthalten einen 13. Monatslohn. Der Betrag entspricht einem Monatsbruttolohn und unterliegt denselben Sozialabzugen.
Offizielle Quellen
AHV/IV — Informationsstelle AHV/IV
BSV — Bundesamt fur Sozialversicherungen
SECO — Staatssekretariat fur Wirtschaft
ESTV — Eidgenossische Steuerverwaltung
Die in diesem Guide aufgefuhrten Satze sind die gesetzlichen Ansatze fur 2026. Jeder Einzelfall kann je nach Kanton, Pensionskasse und Kollektivversicherungen des Unternehmens variieren. Prufe die genauen Satze in deinem Arbeitsvertrag und den oben genannten offiziellen Quellen.